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Geschichte der Holtumer Feuerwehr PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

 

Die Mitbegründer der Feuerwehr beim 50-jährigen Jubiläum:

v.l. Ferdinand Holthoff, Fritz Jansen, Bernhard Sulk und Heinrich Dahmann

 Man schrieb das Jahr 1911, als der damalige Ortsvorsteher Bernhard Röling, nachdem er sich mit verantwortungsbewussten Männern der Gemeinde besprochen hatte, zum 2. Weihnachtsfeiertag zu einer allgemeinen Versammlung aufrief, um zum Schutze von Haus und Hof eine schlagkräftige Feuerwehr ins Leben zu rufen. Die Gastwirtschaft Koerdt war brechend voll von Männern, die seinem Ruf gefolgt waren. Sie ließen sich von dem Ortsvorsteher leicht überzeugen, dass die Aufstellung so einer Feuerwehr notwendig sei, und so wurde an diesem Tage beschlossen, die Feuerwehr zu gründen. Es wurde ein Ausschuss gebildet, der alle notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten sollte.

Erst Monate später, am 4. Februar 1911, war es so weit, dass man die Männer wieder zusammen rufen konnte, um den Beschluss von Weihnachten in die Tat um zu setzen. Wie gründlich man die Sache überlegt hatte und wie einsatzfreudig die Männer waren, geht aus dem Protokoll dieser Versammlung hervor. 35 Männer hatten sich zur Verfügung gestellt und so konnten alle Posten des vorliegenden Organisationsplanes besetzt werden. Mit der Leitung der Wehr beauftragte man folgenden Vorstand: Josef Krampe als Brandmeister, Heinrich Stahlhoff als Brandmeister Stellvertreter, Heinrich Stemann als Schriftführer, Bernhard Hallermann als Kassenwart. Zu Abteilungsführern wurden die Kameraden Franz Hoberg, Max Löcke und Franz Wenner ernannt. Der Jahresbeitrag wurde auf 1 Mark festgelegt; zur damaligen zeit viel Geld.

Freilich war es mit der Aufstellung der Wehr nicht getan. Es mussten Geräte beschafft werden. Das war jedoch ein schwieriges Kapitel, da sich die Mitglieder außerstande sahen, sie aus eigener Tasche zu bezahlen. Da es ja auch im allgemeinen Interesse lag, eine Feuerwehr zu haben, wandte man sich an die Gemeindevertretung. Diese beschloss, die Feuerwehr mit den nötigen Geräten und auch mit der nötigen Uniform auszustatten. Im gleichen Jahr wurde noch das Gerätehaus gebaut und eine Feuerlöschpumpe gekauft.

Das Holtumer Spritzenhaus wurde noch im Gründungsjahr gebaut

 

 

Es wurden nun regelmäßig Übungen abgehalten, um bald möglichst eine jeder Anforderung genügender Einsatzfähigkeit zu erreichen. Wie ernst es den Männern mit dieser Ausbildung war, zeigt der Beschluss, jeden mit einer Strafe von 0,50 Mark zu belegen, der ohne triftigen Grund diesen Übungen fern blieb oder auch nur eine viertel Stunde zu spät kam.

Es hätten nicht Männer aus Holtum sein müssen, wenn sie nicht neben der Arbeit auch an Geselligkeit gedacht hätten, und so heißt es auch in einem Versammlungsprotokoll aus dem ersten Jahr nach der Gründung, man habe beschlossen, den Geburtstag seiner Majestät mit einem Festessen zu begehen. Von der Speisenfolge ist nichts in dem Protokoll erwähnt worden, doch würfen wir annehmen, dass sie nach echter Westfälischer Art war und auch das nötige Bier nicht fehlte. Leider konnten die Wehrmänner nur 2-mal seine Majestät mit einem Festschmaus ehren; der erste Weltkrieg setzte dem löblichen Tun ein Ende. Viele Wehrmänner mussten nun ihre soeben erhaltene Uniform der Feuerwehr mit dem Feldgrauen Rock vertauschen. Durch die wachsenden Kriegsnöte kam das Leben der Feuerwehr allmählig zum erliegen.

Doch schon bald, nachdem der Kriegslärm verstummt und die Kameraden in die Heimat zurückgekehrt waren, regte sich neues Leben. Am 9. März 1911 trat man wieder zusammen und wählte Bernhard Hallermann zum neuen Brandmeister. Unter seiner Führung erliegt die Feuerwehr Holtum einem neuen Aufschwung. Die Beteiligung an den Übungen war wie vor dem Krieg äußerst rege und die Versammlungen waren stets gut besucht. Als im Jahre 1925 das Feuerhorn zum Einsatz rief, zeigte sich, wie schlagkräftig die Feuerwehr inzwischen geworden war. In wenigen Minuten war die Feuerwehr zur Stelle, um einen Brand, der in dem Wohnhaus von Willhelm Kampmann entstanden war, zu bekämpfen. Das Haus konnte nicht gerettet, wohl aber ein Übergriff des Feuers auf die Nachbarhäuser verhindert werden. Dasselbe war auch im Jahre 1933 der Fall, als das Gemeindehaus in dem zurzeit die Familie Sonntag wohnte, in Flammen stand. Auch hier konnte das Haus nicht gerettet werden.

Man braucht kaum besonders zu erwähnen, dass auch das gesellige Leben seine alte Form wieder fand, denn Geselligkeit und Feuerwehr gehören nun einmal zusammen. In diesem Zusammenhang verdient besonders das Gänseköppen Erwähnung, dass am 29. August 1926 bei Wenner statt fand. An einem Feuerwehrfest in Büderich am 1. Mai 1927 nahm die Holtumer Wehr geschlossen teil.

Im Jahre 1934 wurde die freiwillige Feuerwehr Holtum gemäß dem neuen Gesetz über das Feuerlöschwesen in Feuerlöschzug Holtum umbenannt; was jedoch kein Einfluss auf das innere Gefüge der Wehr hatte. Im gleichen Jahr traten 2 Mitglieder des Vorstandes aus Altersgründen zurück und zwar Brandmeister Hallermann und Schriftführer Heinrich Stemann. An ihre Stelle traten als Brandmeister Franz Ernst und als Schriftführer Fritz Stemann. Aufgrund seiner Verdienste um den Wiederaufbau der Wehr wurde Bernhard Hallermann zum Ehrenbrandmeister ernannt.

Nach kaum 20 jähriger friedlicher Entwicklung griff wieder die Kriegsfurie in das Schicksal der Feuerwehr. Fast alle Männer der Wehr wurden zu den Waffen gerufen, und nur notdürftig konnten die Reihen durch Aufstellung einer Jugendfeuerwehr geschlossen werden. Das auch die jungen ihren Mann standen, bewiesen sie 1940 beim Brand auf dem Hofe Röhling, wo sie im Verein mit den älteren Kameraden durch mutigen und sachgemäßen Einsatz den Brand einer Scheune eindämmen und ein Übergreifen des Feuers auf das Wohnhaus verhindern konnten. Schlimmer war es, im Mai1943, als die ersten Brandbomben auf Holtum fielen. Es standen gleich 2 Höfe in Flammen, und zwar die von Heinrich Lüke und Josef Koerdt sowie das Wohnhaus von Fritz Koerdt. Für die Bekämpfung dieser Brände war die Holtumer Wehr allein zu schwach. Man rief die Nachbarwehren zur Hilfe. Beim Hofe Lüke waren alle Mühen vergebens, es ging bis auf die Mühle alles restlos in Flammen auf, während man jedoch bei den anderen Bränden dem Feuer so weit Einhalt gebieten konnte, dass jeweils nur der Dachstuhl den Flammen zum Opfer fiel.

Kaum waren die ersten Männer aus dem furchtbaren Völkerringen heimgekehrt und in die Reihen der Feuerwehr eingetreten, als im Juli 1945 die Feuersirene zum Einsatz rief. Der Blitz hatte das Wohnhaus der Witwe Stute in Brand gesetzt. Die Bekämpfung dieses Brandes erwies sich deshalb als besonders schwierig, da es bei diesem ziemlich abseits liegenden Hofe an Wasser mangelte. Es wurden die Stimmen wieder laut, die auf die dringend notwendige Wasserleitung hinwiesen. Doch es sollte noch einige Jahre dauern, bis sie verlegt wurde und mit 21 hydranten der Feuerwehr eine wesentlich bessere Schlagkraft verlieh.

Unter Leitung des neuen Brandmeisters August Granseuer und seines Stellvertreters Anton Hoff, beide wurden in der Versammlung am 12. November 1951 gewählt, wurde nun fleißig geübt, die Hydranten anzuschließen und die Schläuche zu verlegen, dass es nach kurzer Zeit heißen konnte: „Wasser marsch“.

Wie vorteilhaft die Wasserleitung war und wie schlagkräftig die Feuerwehr geworden war, erwies sich 1952, als auf dem Gehöft Rienhoff durch englische Truppen, die dort ihre Feldküche eingerichtet hatten, ein Schuppen in Brand geriet.

In sehr kurzer Zeit war die Holtumer Feuerwehr zur Stelle und konnte durch den schnellen und wirkungsvollen Einsatz einen drohenden Großbrand verhindern. Dasselbe war auch 1954 der Fall, als auf dem Gehöft des Bauern Kortmann die Scheune in Flammen stand. Nur durch Schnelligkeit und das Vorhanden sein der Wasserleitung wurde auch hier ein Großbrand verhindert.

Nachdem nun die Zeiten der Not überwunden waren, durfte man wieder daran denken, ein großes Feuerwehrfest zu feiern. Am 9. und 10. Mai 1953 fand es statt. Viele auswärtige Wehren wurden eingeladen, die auch in großer zahl der Einladung folgten. Dieses Fest war eine gute Gelegenheit, die alten Feuerwehrpioniere zu ehren: Bernhard Sulk, Heinrich Dahmann, Fritz Jansen, Karl Stute, Josef Geisthoff und Ferdinand Holthoff. Die beiden Kameraden Bernhard Sulk und Heinrich Dahmann gehörten lange Zeit dem Vorstand der Holtuemer Wehr an.

Durch dieses Fest war die Vereinskasse sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, und so wurde in der Versammlung vom 2. Dezember 1953 beschlossen, ein Preisschießen zu veranstalten. Mit Hilfe von Geld- und Sachspenden konnte man die Schießpreise so attraktiv gestalten, dass gleich das erste Preisschießen ein großer Erfolg wurde. Nach Schluss dieses Preisschießens war die Vereinskasse wieder aufgefüllt und sogar noch ein nettes Sümmchen auf die hohe Kannte gelegt. Das stellte sich nach gut einem Jahr als sehr vorteilhaft heraus, denn am 4. Juli 1955 wurde die Gründung eines Musikzuges beschlossen. Die ersten Probeabende fanden unter sehr ungünstigen Raumverhältnissen im Spritzenhaus statt. Aber schon bald hatten die Holtumer erkannt, dass der Eifer der jungen Musiker kein Strohfeuer war, und so stellte Lehrer Entrup seinen Klassenraum für weitere Probeabende zur Verfügung. Der hervorragenden Leitung der Kameraden Manfred Marschalt und Hans Feldmann ist es zu danken, dass innerhalb weniger Jahre die Musikkapelle zu einem Klangkörper geformt werden konnte, der heute weit über unseren Bördekreis bekannt und geachtet ist.

 

 

Aufmarsch des Musikzuges zur Königsparade auf dem Schulhof 1959 mit Hans Feldmann als Kapellmeister

 

 

In der Generalversammlung vom 20. Januar 1956 wurde Marschalt aufgrund seiner Verdienste um den Aufbau der Musikkapelle vom Brandmeister Granseuer zum Musikzugführer ernannt. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass man bereits vor dem ersten Weltkrieg versuchte, ein Trommelcorps aufzustellen; jedoch der Ausbruch des Krieges verhinderte diese Absicht.

Als von der Schützenbruderschaft angeregt wurde, zum Andenken an die gefallenen Kameraden ein Kriegerehrenmal zu errichten, fand dieser Gedanke bei den Feuerwehrmännern eine freudige Annahme. Durch Arbeitseinsatz und Geldspenden trugen sie nicht unwesentlich dazu bei, dass im Mai 1960 ein schönes und würdiges Ehrenmal eingeweiht werden konnte, auf dem nun die Namen folgender Kameraden, die fern der Heimat ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, aus ihren Reihen verewigt sind: Franz Bührmann, Heinrich Stemper und Josef Hallermann.

Am 6. Januar 1962 feierte die Feuerwehr ihr goldenes Jubiläum in der Gastwirtschaft Wenner. Hierbei wurden die Mitbegründer der Wehr Fritz Jansen, Bernhard Sulk, Heinrich Dahmann und Ferdinand Holthoff besonders geehrt.

Durch einen tragischen Verkehrsunfall kam am 8.3.1963 der stellvertretende Leiter des Musikzuges, Hans Feldmann, ums Leben.

Im Februar 1964 wurde die Motorpumpe vom Typ TS 8/8 der Feuerwehr übergeben. Die Pumpe dient hauptsächlich zur Förderung des Löschwassers bei weiten Wegen von den Hydranten bis zur Brandsstelle.

Am 24.4.1967 brannte die Scheune auf dem Gehöft Buschulte. In Zusammenarbeit mit der Werler Wehr war das Feuer schnell unter Kontrolle. Im Jahre 1967 wurde ein neues Gerätehaus mit Schulungsraum geplant. Das Gerätehaus sollte neben dem Schulhof gebaut werden. Am 4.5.1968 konnte bereits das Richtfest bei einer stimmungsvollen Abendfeier gefeiert werden. Das neue Gerätehaus ist 10m lang und 9m breit. Die Gesamtbaukosten betrugen rund 45.000DM. Geschaffen wurden eine Fahrzeughalle mit Geräteraum, Toilette, Waschraum und Vorraum. Anlass zu einem großen Fest war am 7. und 8. September die Weihe und die Übergabe des Feuerwehrgerätehauses an die Feuerwehr. Hierzu wurden die auswärtigen Wehren eingeladen und es fand ein großer Festzug durch das Dorf statt.

 

Am 20.1.1969 verstarb der Paukenschläger des Musikzuges Albert Weber.

Im Jahre 1970 wurde Holtum Ortsteil der Stadt Werl zugeordnet und heißt nun Löschgruppe Werl-Holtum. Löschgruppenführer wurde Franz Hallermann, der auch schon vorher Brandmeister der Holtumer Wehr war. Gleichzeitig wurde er stellvertretender Stadtbrandmeister.

Im Jahre 1972 feierte die Löschgruppe mit über 200 Gästen ihr 60-jähriges Jubiläum. Das Fest begann am Samstagnachmittag mit einer Kinderbelustigung und wurde am Abend mit einem zünftigen Dorfabend in der Schützenhalle fortgesetzt. Die Festlichkeiten wurden am Sonntagmorgen mit dem Kirchgang, einer Totenfeier am Ehrenmal und mit einem Frühschoppen abgeschlossen.

Am 4.2.1976 brannte die Scheune auf dem Gehöft Mawick. Am 3.1.1977 gegen 0.45 Uhr brannte es hier schon wieder. Dieses Mal waren es die Stallungen, die völlig niederbrennten.

 

Am 2.4.1977 ging die Scheune des Bauern Kortmann zur nächtlichen Stunde in Flammen auf. Bei der schwierigen Brandbekämpfung standen den Holtumern die Wehren aus Werl und Büderich zur Seite.

Im Jahre 1977 gehörten der Löschgruppe 15 Jugendfeuerwehrmänner an. Da das Flachdach stark beschädigt war und Wasser ins Innere eindrang, wurde das Feuerwehrgerätehaus mit einem neuen Satteldach versehen.

Im September 1978 wurde die Feuerwehr gleich zweimal zum Gehört Buschulte gerufen. Am 3. September musste gegen 22.30 Uhr in einem Kellerraum ein Schwelbrand mit starker Rauchentwicklung bekämpft werden. Am 16. September stand nachts die Scheune mit großen Strohvorräten in Flammen. Die Werler Wehr stand tatkräftig zur Seite, um ein übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude zu verhindern.

Auch im Jahre 1979 wurde das Dorf von Bränden nicht verschont. Auf dem Gehöft Vogelsang brach am 12.3.1979 in der Scheune neben dem Wohnhaus ein Feuer aus. Im gleichem Monat, am21. brannte Holthoff’s Scheune bis auf die Grundmauern nieder. Diese Vorkommnisse beunruhigten die Holtumer sehr, denn es handelte sich um den achten Brand innerhalb von 2 Jahren. Die Polizei vermutete Brandstiftung, ein Täter konnte jedoch nicht ermittelt werden.

Dem vor 25 Jahre amtierenden Brandmeister August Granseuer brachte der Musikzug zum Jubiläum im Jahre 1980 ein Ständchen. Dieses Ereignis wurde mit Umzügen und einem Dorfabend gebührend gefeiert.

Nicht nur mit Feuer hatten die Feuerwehrmänner zu kämpfen, sondern auch mit Hochwasser, wie es im April 1981 durch einen Wolkenbruch über den ort hereinbrach. Franz Hallermann wird als stellvertretender Stadtbrandmeister von Gerhard Lethaus im gleichen Jahre abgelöst.

 

 

Der neue Löschgruppenführer Georg Kloke, Franz Hallermann und Josef Sängerhoff

 

 

Am 16.12.1981 tritt Georg Kloke als Nachfolger von Franz Hallermann seinen Dienst als Löschgruppenführer an.

Traditionsgemäß finden die Versammlungen aller Löschgruppen am Freitag nach Aschermittwoch reihum in den Ortsteilen und in Werl statt. Zu einem dieser Abende lud die Löschgruppe Holtum am 26.2.1982 die Gesamtwehr in die Holtumer Schützenhalle ein. Nach Ablauf der Versammlung wurde noch manches Bier getrunken.

 

In all den 100 Jahren hat die Holtumer Löschgruppe sich als aktiver Bestandteil der Gemeinde erwiesen, sei es in der Teilnahme am öffentlichen Leben oder in ihrer eigentlichen Aufgabe, Gut und Leben ihrer Mitmenschen zu beschützen. Auch in Zukunft wird sie darauf bedacht sein, in diesem Sinne zu wirken und ihre Leistungsfähigkeit zu vergrößern getreu ihrem Wahlspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

 

 
werl-holtum.de